
Zuletzt aktualisiert: 24.04.2026
Mit TARDOC ändern sich ab 2026 Regeln, Positionen und Abrechnungslogiken. Genau dort entstehen im Praxisalltag häufig Fehler, die zu Rückweisungen, Korrekturen und verzögerten Zahlungseingängen führen.
Viele bisherige TARMED-Leistungen werden nicht 1:1 übernommen. Einzelne Leistungen fallen weg, werden neu aufgebaut oder anders eingeordnet. Auch Zeitangaben und Leistungsbestandteile können sich ändern.
Wer die wichtigsten Fehlerquellen kennt, kann Abrechnungen sicherer erfassen, Rückfragen reduzieren und die Liquidität der Praxis besser schützen. Eine praktische Einführung zum LKAAT Plus Browser finden Sie zudem im Fachbeitrag Überblick & Funktionsweise des Tarifbrowsers.
Auch Wechselzeiten sollten gezielt geprüft werden. Eine Übersicht der allgemeinen Wechselzeiten finden Sie hier.
Die Definition gemäss OAAT lautet: Die Wechselzeit definiert den durchschnittlichen Zeitaufwand (Raumbelegung), um den Raum wieder in seinen (neutralen) Ausgangszustand zu versetzen, nachdem der Patient den Raum verlassen hat.
Je nach Sparte kann pro Sitzung eine entsprechende Wechselzeit zusätzlich verrechnet werden, beispielsweise:
Umgekehrt fallen bisher bekannte TARMED-Positionen teilweise weg oder werden im neuen System nicht mehr in gleicher Form abgebildet, beispielsweise:
Wichtig ist deshalb: Bisherige Positionen dürfen nicht automatisch weiterverwendet werden – jede Leistung muss im TARDOC neu geprüft werden.
Nachfolgend haben wir eine vollständige TARMED-Rechnung für die medizinische Behandlung "Sklerosierung oberflächlicher Venen inklusive Ultraschall-Diagnostik und Nachbetreuung" in einen möglichen TARDOC-Rechnungsblock transcodiert (übersetzt).

Die Rechnungssimulation zeigt, dass bisherige Positionen nicht immer 1:1 übernommen werden, sondern neu zugeordnet, anders strukturiert oder durch zusätzliche Positionen wie Wechselzeiten ergänzt werden können.
Im TARDOC werden nichtärztliche Leistungen klar strukturiert und stärker delegierbar (z. B. an MPA), inklusive abrechenbarer Positionen wie Blutentnahmen, Injektionen oder Wundbehandlungen pro Minute.
Die Überwachung wird in unspezifische und spezialisierte Kategorien unterteilt (z. B. vor/nach Infusionen oder Eingriffen), mit klaren Regeln, was abrechenbar ist und was nicht (keine Wartezeiten, keine parallelen Leistungen).
Neu ist auch, dass gewisse Leistungen – wie einfache Wundbehandlungen – nun explizit in der Praxis abrechenbar sind und nicht mehr nur im Spital.
Beispiel:
Eine MPA führt eine einfache Wundbehandlung inkl. Verbandswechsel in der Praxis durch – diese kann neu minutengenau (max. 40 Minuten pro Sitzung) als nichtärztliche Leistung abgerechnet werden.
Viele Tarifpositionen enthalten Limitationen zu Menge, Zeit, Intervallen oder Kombinationen.
Häufige Rückweisungsgründe:
Mögliche Begründungen:
Eine zentrale Fehlerquelle ist die falsche Zuordnung einer Leistung. Vor der Abrechnung muss geprüft werden, ob eine Einzelleistung über TARDOC verrechnet wird oder ob eine Triggerleistung eine ambulante Pauschale auslöst.
Mehr zur neuen Tarifstruktur ambulante Pauschalen und der korrekten Zuordnung von Triggerleistungen, ICD-10-Diagnosen und Pauschalen finden Sie hier.
Typische Risiken:
Die verrechnete Leistung muss aus der Patientendokumentation nachvollziehbar sein. Besonders bei zeitabhängigen Leistungen, Zuschlägen und nichtärztlichen Tätigkeiten ist eine klare Dokumentation entscheidend.
Wichtig zu dokumentieren:
Bei vielen Leistungspositionen wird in der medizinischen Interpretation festgelegt, welche Leistungen mindestens enthalten sein müssen, wie das nachfolgende Beispiel der Untersuchung: Kreislauf zeigt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollten entsprechend dokumentiert werden.

Praxissoftware wie Vitomed, Aeskulap oder Axenita unterstützt die Abrechnung, ersetzt aber keine fachliche Prüfung.
Besonders prüfen sollten Praxen:
Ein weiterer kritischer Punkt sind nicht oder verspätet eingereichte Besitzstände. Ohne gültigen Besitzstand können bestimmte Leistungen nicht mehr abrechnungsfähig sein. In solchen Fällen sollte sorgfältig geprüft werden, ob andere neue und für die Arztpraxis passende Leistungen abrechenbar sind.
Externe Unterstützung kann besonders hilfreich sein, wenn notwendige Korrekturen zunehmen, Personal fehlt, Unsicherheit bei TARDOC oder ambulanten Pauschalen besteht oder Abrechnungen liegen bleiben.
Für laufende Entlastung oder punktuelle Unterstützung finden Sie mehr auf unserer Seite Abrechnung. Für Schulungen, Prozessprüfung und fachliche Begleitung verweisen wir auf Praxisberatung & TARDOC-Unterstützung. Ziel ist nicht nur die Korrektur einzelner Rechnungen, sondern eine stabilere und effizientere Abrechnung im Praxisalltag.
Orchid unterstützt Arztpraxen bei der Umsetzung von TARDOC und ambulanten Pauschalen – von der Beratung über Schulungen bis zur externen Abrechnungslösung.
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